Aktuell
  Ausstellungen
  Galerie
  Künstler
  Presse
  Kontakt

Monika Debus

Verallgemeinerungen treffen den Kern einer Sache immer nur zum Teil. So auch hier, wenn man einleitend behaupten wollte, die allermeisten der zeitgenössischen Keramiker/innen folgten - schon bedingt durch ihre überwiegend handwerklich orientierten Ausbildungen - den großen Geschichtsströmungen und Entwicklungen in ihrem ganz auf ein Material abgestellten Handwerk. Gern folgten sie dabei den großen Entwicklungshöhepunkten nicht nur im abendländischen Raum, sondern eben auch in Fernost - in Japan und Korea - oder sie ließen sich inspirieren durch die traditionelle Keramik der Indianerkulturen Amerikas. Zeitgenössische Keramik lebt in aller Regel aus der Inspiration durch die ihr eigenen Traditionen. Beste Voraussetzungen also, dass Keramiker in intensiven Selbststudien zu kosmopolitischen Allroundern werden.

Geringer freilich ist die Anzahl derer, die, diesen Traditionen nicht folgend, ganz vereinzelten oder besonderen Strömungen in den anderen Künsten - also in der Architektur, der Bildhauerei und der Malerei - ihre Aufmerksamkeit schenken und hieraus ihre künstlerischen Motivationen speisen.

Zu letzteren gehört die Keramikerin Monika Debus, die sich - trotz traditioneller Ausbildung und mehr als zwei Jahrzehnte währendem Aufenthalt im vielfachen Töpfertraditionen verpflichteten Höhr-Grenzhausen - ziemlich schnell einen ganz eigenen Weg zu gehen entschlossen hat. Die Werkstattgemeinschaft Brunnenstraße 13 mit weitgehend gleichgesinnten Keramikerkollegen mag sie darin oftmals bestärkt haben.

Ihre Anregungen hat Monika Debus in der Malerei des Tachismus gefunden, besonders wohl inspiriert durch die Bilder des Spaniers Antonio Tapiès, sowie in der Malerei der Art Informel der 70er und 80er Jahre. Mit breitem Pinsel sind in gestisch-expressivem Duktus skripturale Kürzel auf die mehrheitlich zweiflächig angelegten Körper aufgetragen, meist in weißer Porzellan-Engobe auf schwarzen Gründen oder dunklen Scherben - wie auch umgekehrt. Dabei werden immer auch abstrakte Chiffren bevorzugt - offene Kreisformen und flatternde Linien -, die über die Silhouetten der Körper und deren Montagekanten hinausweisen: Eine beeindruckend autonome Malerei entsteht auf gewölbten Flächen, der in ihrer Ungezwungenheit ein frisches Gefühl von Freiheit innewohnt.

Dabei sorgt ein bei niedrigen Temperaturen erprobter Salzreduktionsbrand - hier greift die Künstlerin auf die Traditionen im Kannenbäckerland zurück - für malerisch weiche, bräunlich glänzende Übergänge an den Rändern dieser aus wuchtigen Zeichensetzungen bestehenden Malerei.

Dieser intuitiven, dabei fein ausbalancierten und allemal kontrastreichen Malerei entsprechen die freigeformten und verformten Körper, die in ihren Silhouetten jede Nähe zu klassischen Gefäßformen negieren. Immer sind Vasen, vielleicht Kannen oder Schalen gemeint. Doch ihre körperhafte Monumentalität zielt auf ihre Anerkennung als keramische Skulpturen.

Das keramische Werk der Monika Debus hat gerade in den letzten Jahren die Diskussion um die Kunst der zeitgenössischen Keramik in Deutschland neu belebt.


Eckard Wagner
© Emslandmuseum Schloß Clemenswerth

zurück zur Vita...


zurück zu Künstler

 
Newsletter   Sitemap   Impressum